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7 Fragen zu Medienarbeit an…

7 Fragen zu Medienarbeit an…

Bernd Homann

 

Im Vorfeld des PR-Frühstücks „Renaissance der Medienarbeit“ befragt Cyrano Kommunikations-Profis zur Rolle von Medienarbeit heute und wie sie sich verändert. Im zweiten Interview stellte Cyrano Bernd Homann, Leiter Kommunikation der Agravis Raiffeisen AG, 7 Fragen dazu. Weitere Infos zum PR-Frühstück finden Sie hier.

 

Q: AGRAVIS ist ein weit verzweigtes Unternehmen mit vielen Themenfeldern und mehr als 400 vorwiegend nationalen Standorten. Was ist Ihr Geheimnis, um alle medialen Debatten und die Relevanz für AGRAVIS im Blick zu behalten?

Ich würde nicht so vermessen sein und von Geheimnis sprechen. Es kommt aus meiner Sicht vor allem auf eine konsequente Medien- und Themenbeobachtung an. Das fängt in den Regionen bei den Lokalzeitungen an, geht über überregionale und nationale Fachtitel bis hin zu Online-Portalen. Dazu gibt es Tools, derer wir uns bedienen. Noch wichtiger ist allerdings der Faktor Mensch. Wir müssen ständig die Antennen ausgefahren haben, um zu erkennen, wo sich welche für uns relevanten Themen abspielen. Das haben wir natürlich auch selbst in der Hand durch eine aktive Medienarbeit in alle relevanten Zielgruppen hinein. Hier spielt dann das Thema Vernetzung eine große Rolle, was – neben allen technischen und elektronischen Möglichkeiten – den Faktor Mensch wieder ins Spiel bringt.

 

Q: Das Platzieren von Themen und Argumenten ist im Agrar- und Lebensmittel-Umfeld mit seinen vielen strittigen Themen eine Herausforderung. Welche Rolle spielt die Medienarbeit da – auch im Vergleich zu Ihren eigenen Content-Formaten?

Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen – einerseits Strukturwandel, enormer technischer Fortschritt und Digitalisierung wie die Agritechnica in Hannover gerade unterstrichen hat und natürlich die gesellschaftliche Diskussion um moderne Landwirtschaft. Ernährung geht uns alle an – deshalb ist die Agrarbranche auch ein wichtiger Wirtschaftszweig und deshalb ist es als Unternehmen des Agribusiness wichtig, sich diesen Herausforderungen und Anforderungen durch professionelle Medienarbeit zu stellen. Transparenz ist dabei genauso wichtig wie Sprechfähigkeit und Themensetting.

 

Q: Wie wichtig ist dabei der persönliche Kontakt zu den Journalisten und wie hat der sich durch deren Redaktionsalltag und neue Technologien in den letzten Jahren verändert?

Generell gewinnt die Kommunikation immer mehr an Geschwindigkeit – und auch die Vielzahl der relevanten Medienkanäle sorgt für stets neue Herausforderungen.
Was aber bleibt, ist die persönliche Beziehung zu Journalisten, der gegenseitige Respekt, die Verbindlichkeit und Ehrlichkeit. Diese Arbeitsgrundlage ist das Ergebnis von Vertrauen auf beiden Seiten, das wir uns erarbeiten und verdienen müssen. Wir stellen fest, dass der direkte Kontakt von den Journalisten auch weiterhin gewünscht und als erforderlich erachtet wird – trotz der Schnelligkeit im Nachrichtengeschäft. Das merken wir zum Beispiel daran, dass wir zu unseren Pressegesprächen noch immer eine sehr beachtliche Resonanz erhalten – weil die Möglichkeiten des Austausches und auch des exklusiven Gesprächs gegeben sind.

 

Q: Digitalisierung ist das Wort der Stunde. Was sind die maßgeblichen Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Medienarbeit?

Ganz klar und wie vorher schon erwähnt die Geschwindigkeit. Wer mit einer Nachricht Gehör finden will, muss schnell sein, bevor andere ihm zuvorkommen. Journalisten stehen hier enorm unter Druck – das darf aber nicht zur Oberflächlichkeit in der Recherche führen, Stichwort: Fake News.

 

Q: Was würden Sie an der Medienlandschaft in Deutschland gern ändern?

Journalismus und freie Medien sind ein hohes Gut, ein Wert, für den es sich einzusetzen lohnt. Freie Berichterstattung – auch wenn es einem manchmal nicht gefällt – ist ein Eckpfeiler unserer Demokratie. Darauf müssen wir aufpassen. Aufpassen müssen wir aber auch, dass erkennbar bleibt, was „sauber“ recherchiert ist und eine journalistische Relevanz hat – und was über andere Kanäle vielleicht als Gerücht oder eigene Meinung gestreut wird und manchmal Vertrauen zerstört.

 

Q: Würden Sie manchmal lieber die Fragen stellen, statt Antworten geben zu müssen?

Ich kenne als Journalist und Unternehmenssprecher beide Seiten des Geschäftes. Daneben kommt die strategische Kommunikationsberatung, die das beides vereint – kurz um: beides.

© Cyrano Kommunikation GmbH