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7 Fragen zu Medienarbeit an…

7 Fragen zu Medienarbeit an…

Dr. André Vielstädte

 

Im Vorfeld des PR-Frühstücks „Renaissance der Medienarbeit“ befragt Cyrano Kommunikations-Profis zur Rolle von Medienarbeit heute und wie sie sich verändert. Zum Auftakt stellte Cyrano Dr. André Vielstädte, Leiter Unternehmenskommunikation von Tönnies, 7 Fragen dazu. Weitere Infos zum PR-Frühstück finden Sie hier: http://www.cyrano.de/pr-fruehstueck/muenchen/

 

Q: Herr Vielstädte, Sie sind seit drei Jahren Leiter Unternehmenskommunikation von Tönnies, einem international aufgestellten Fleischhersteller und -vermarkter. Wie beginnt ein guter Tag für Sie?

Früh. Ich bin in der Regel vor sechs im Büro, um konzentriert und ohne Hektik in den Tag zu starten, die kommt im Laufe des Tages von selbst.

 

Q: Wie wichtig ist Medienarbeit für Sie und warum und wie viel Ihrer Zeit fließt anteilig in alles, was damit zu tun hat?

In einem kleinen Kommunikationsteam wie unserem läuft mehr als die Hälfte in die Medienarbeit. Wichtig ist dabei das Oberwasser zu behalten und sich nicht vom Strom treiben lassen.

 

Q: Der deutsche Markt ist ein Kernmarkt von Tönnies. Was hat sich in der Zusammenarbeit mit Redaktionen und Journalisten hierzulande in den letzten Jahren verändert?

Wir haben es uns erarbeitet jederzeit ansprechbar zu sein. Auch wenn wir nicht zu allem etwas sagen, ist es heute mehr denn je wichtig, authentisch und ehrlich mit Redaktionen umzugehen.

 

Q: Wie stark bewerten Sie den Einfluss klassischer Medien im Vergleich zu den vielen neuen Publishern, die Meinungen machen wie NGO, Verbraucherschützer, B2C-Marken usw.

Klassischer Journalismus publiziert Informationen. Was wir in unserer hektischen Zeit aber erleben ist der Trend zur Meinung. Die können spannend sein, dürfen aber nicht verwechselt werden.

 

Q: Was kann man mit Medienarbeit erreichen, um zu einem viel diskutierten Thema wie Lebensmittelproduktion zu informieren und wo liegen die Grenzen von Medienarbeit?

Glaubt man den vielen TV-Verbraucherchecks, würde ich mir als Kunde im Supermarkt Sorgen machen. Hier findet sehr viel Meinungsmache und Skandalisierung statt. Dem müssen wir über gute Medienarbeit transparent und authentisch zeigen, warum wir die sichersten und qualitativ besten Lebensmittel herstellen, die wir je hatten.

 

Q: Worauf zielen Medienanfragen typischerweise ab? Macht TV oder Print das Rennen und wie ist ungefähr der Anteil von Service- und investigativen Beiträgen, die letztlich entstehen?

Wir haben als Unternehmen täglich durchschnittlich vier bis sechs direkte Medienkontakte. Das geht von der Lokalzeitung am Produktionsstandort, über Interviewanfrage bis hin zu Hintergrundinformationen. Mit dem Begriff „Investigativ“ hadere ich. Das klingt so als ob wir Bösen vor den Guten etwas zu verstecken hätten. Ein Journalist ist immer nachforschend, das ist seine Aufgabe. Wichtig ist dabei nur, dass sein Ziel die Information ist und nicht der Skandal.

 

Q: Was sind die Schattenseiten Ihres Jobs als Pressesprecher?

Nach jedem Bundesliga-Spieltag die gleiche Frage: Wie läuft’s auf Schalke? Als Münchener habe ich da aber eine stoische Gelassenheit.

© Cyrano Kommunikation GmbH