Kommunkationstrends 2019 – Der Blick in die Glaskugel

PR-Trends 2019 - der Blick in die Glaskugel

What’s hot and what’s not? Was bringt 2019 den Erfolg in der Kommunikation und was ist nur die nächste Trend-Sau, die durchs Online-Dorf getrieben wird? Wird WhatsApp Business das Ding in diesem Jahr? Wie wird sich der perfekte Mediamix ändern? Muss ich immer noch Influencern Geld hinterherwerfen? Wir wagen den Blick in die Glaskugel.

Menschen statt Zielgruppen

Mit Big Data lassen sich alle Zielgruppen abfischen – so dachten viele. Tatsache ist: Ich treffe mit Content, der auf Erkenntnissen aus Big Data basiert alle ein bisschen aber niemanden so richtig. Aber das eine Bild, das eine Video, der eine Claim, die mich genau treffen, bleiben besser in Erinnerung als Massen an semigutem Content. Aus zielgruppenspezifisch wird 2019 wieder individuell. Micro-Influencer, die noch echt Profil haben, statt die Caro Daurs, DagiBees und Lochis dieser Welt. Ganz wichtig wird das im Employer Branding für Fachkräfte. Die wollen ihren besten Arbeitsplatz, nicht den für ihre Zielgruppe. Vergesst Zielgruppen-Analysen, fragt echte Menschen.

It’s out there: die perfekte Story

Storytelling – der Begriff wird nie alt. Längst ist der alte Werbebegriff in Teammeetings der PR-Welt Dauergast. Und das wird er bleiben. Authentische Stories mit individuellem Dreh bleiben im Kopf und treffen den Trend zur Individualität. Aus Fakten Emotionen machen, das können nach wie vor nur ein Bild, ein Video, ein Song, ein Text mit einer starken Story. Nächster Trend 2019: Das mit dem Storytelling sehen auch immer mehr andere Bereiche. Recruiting, Fortbildung von Sales-Mitarbeitern, Weiterentwicklung von Fachkräften – bislang war das noch sehr von Fakten und Theorie dominiert. Die Fakten sind auch nach wie vor nicht falsch. Aber die gute Story sorgt für die wichtige Akzeptanz. In Verbindung mit anderen Elementen wie Gamification, blended Learning oder als darstellende Kommunikation gibt das eine starke Mischung.

Content-Marketing für B2B und Wissenschaft

Von den richtigen Stories leben auch Content-PR und Content-Marketing. Die erobern sich ebenfalls weiter neue Bereiche. B2B muss immer mehr auf Content-Marketing setzen. Die Leistungen und Produkte vieler Unternehmen werden immer komplexer. Das ist eine Chance für die hidden Champions unter den Mittelständlern, die erfolgreich Nischen besetzen. Genau die sind es häufig aber nicht gewohnt, ihre Produkte zu Content zu machen und zu erzählen. Müssen sie spätestens 2019 aber. Mit Corporate Blogs, Video-Tutorials und anderem original Content. Genauso wie Forschungseinrichtungen: Deren Fakten sind genauso wichtig wie kompliziert. Machen sie die Wichtigkeit ihrer Ergebnisse nicht verständlich, sinkt die Akzeptanz. Finanzielle Förderung gerät in Gefahr. Also doch lieber den Weg in die von der Wissenschaft oft schief beäugten Social Media wagen. Der Vorteil: Instagram und Facebook zwingen zur Einfachheit

Noch mehr Videos? Und wie!

2019 wird es noch viel mehr Video-Content geben. Nein, keine süßen Kätzchen. Tutorials vor allem, kurze Stories mit Produkt- und Projektbeispielen, Tests, Live-Feeds, Ansprache von Bewerbern – nichts erzielt solche Klickraten und bleibt so gut in Erinnerung. Wichtig ist: Es geht nicht um den teuer produzierten Imagefilm mit zehn Minuten Laufzeit. Kurze Videos, sogenannter snackable Content sind Trumpf. Bei allen Videos muss die übergeordnete Story erkennbar bleiben. Und sinnvoll ist bei Videos immer die Frage: Würde ich mir das selbst bis zum Ende angucken? Wenn nicht, ist was falsch. Gilt übrigens auch für Texte.

Eine Frage der Haltung

Die #unfollow Bewegung hat im letzten Jahr große Wellen geschlagen. Zahlreiche Promis aus Social Media und aus dem echten Leben haben klar gezeigt, dass sie auf Fans aus der rechten Ecke verzichten können. Die meisten Unternehmen haben sich zurückgehalten – politische Äußerungen sind halt vermintes Gebiet in der Kommunikation. In den USA sehen laut Umfragen unter CEOs und Pressesprechern immer mehr Unternehmen die Notwendigkeit, sich zu positionieren, Haltung zu zeigen. So polarisiert wie in den USA ist die Stimmung hier zum Glück nicht, aber Haltung wird 2019 auch in Deutschland ein Thema sein. Ein Weg aus der Politik-Falle kann das Engagement für lokale/regionale gemeinnützige Projekte sein. Aber bitte immer ehrlich und authentisch bleiben, sonst geht das nach hinten los.

Nicht schon wieder DSGVO

Datenschutz? Echt jetzt? Ist das nicht sooooo 2018? Stimmt, bleibt aber genauso wichtig. Das in Kraft treten der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im vergangenen Jahr wird auch 2019 noch vielfach spürbar sein und den Marketingmix vieler Organisationen und Unternehmen nachhaltig verändern. Erste Bußgelder wurden bereits im vierten Quartal 2018 verhängt.

Und sonst so?

Augmented Reality und Virtual Reality (AR und VR) werden sich weiter durchsetzen. Usability ist hier die entscheidende Frage. Wenn es für den User zu kompliziert ist, wird es nicht genutzt. Das gilt auch für das ganze Thema Voice Assistants. Siri und Alexa sind schon viel besser geworden – aber für PR-Themen bleibt in dem Bereich noch viel zu tun. Spannend bleibt es allemal. Das gilt auch für WhatsApp Business. Laut Betreiber für „kleinere Unternehmen“ gedacht hat der Service noch nicht den Durchbruch geschafft. Aber das kann ja noch kommen. Alles verrät die Glaskugel auch nicht.