Online-Trends 2020

Video-Content mit Ecken und Kanten aber massentauglich – das war das Ding 2019. Auch im frischen Jahr wird das weiter an Wichtigkeit gewinnen. Stories, Live-Videos und Videoclips als snackable Content erzielen plattformübergreifend hohe Engagement-Raten und sind für große Traffic-Anteile via Social Media verantwortlich. Wer beim Thema „Video“ nicht mitspielt, droht in diesem Jahr hinter der Konkurrenz zurückzufallen. Das sind die wichtigsten Trends für 2020:

TikTok – Must-have-App mit Skandalfaktor

Bereits im vergangenen Jahr stieg die Kurzvideo-Plattform TikTok kometenhaft am Horizont der Social-Media-Kanäle auf. Ende Dezember knackte die App die magische erste Milliarde Downloads und machte damit deutlich, dass TikTok der place to be ist – und zwar nicht nur für die junge Generation. Deutsche User verbringen im Durchschnitt 50 Minuten am Tag auf der App.

Kampagnentests von Punica und Otto mit mehreren Millionen Views (#Punicadance: 40 Mio.; #machdichzumotto: 182 Mio.) zeigen, dass die einstige Nischenplattform für Marketer zunehmend interessant wird. Auch Skandale um Diskriminierung, Zensur, Mager-Hashtags sowie Daten- und Jugendschutz scheinen dem Erfolg von TikTok nichts anhaben zu können – die go-to Videoplattform der Generation Z wird das Nischendasein in diesem Jahr vollständig abstreifen und weiter an Relevanz zunehmen!

Twitch – Mehr als nur Gaming

Nur was für Zocker? Falsch gedacht! Die Streaming-Plattform Twitch hat mehr zu bieten als E-Sports und Gaming-Videos! Der Anteil an Social Streaming Communities –besonders im Bereich Essen und Trinken – ist auf Twitch enorm hoch. Während das gemeinsame Essen in Asien bereits boomt, schwappt der Trend langsam nach Deutschland über. Unter dem IRL (in real life)-Filter finden sich Kanäle, die sich explizit nicht mit Gaming befassen.

Dass die Plattform viel zu bieten hat, zeigen auch erste Geh-Versuche im Streamen von Live-Sport: Ende Oktober wurde das Formel 1-Rennen in Mexiko live über Twitch gestreamt. Und auch große Marken wie Porsche und Snipes investieren in Twitch-Kampagnen.

Soziale Nischen – Differenzierung als Non-Plus-Ultra

Die Nischenbildung der Social-Media-Plattformen hat sich bereits in den vergangenen Jahren deutlich herauskristallisiert. Während sich die „Boomer“ (1946 – 1964) auf Facebook tummeln, verlässt Gen X (1961 – 1981) zunehmend die Plattform, wandert zu Instagram ab und teilt sich die App mit den Y-Kindern (1981 – 1996). Letztere halten wiederum Abstand von Snapchat und TikTok–  hier sind Creators der Gen Z (1995-2012) besonders aktiv. In 2020 werden diese sozialen Nischen eine besondere Rolle spielen: Marken müssen ihre Social Media-Strategien drastisch an die Plattformen und deren Zielgruppen anpassen – die „Shotgun-Methode“  (ein Content für alle ausgespielt) zieht noch weniger, als sie es in der Vergangenheit tat!

Plattformübergreifend bleibt weiter zu beachten: Guter Content ist zielgerichtet, auf die Zielgruppe abgestimmt und vor allem eins: glaubwürdig und authentisch. Kalkulierte kleine Patzer, Versprecher, unperfektes Licht und spontaner Inhalt werden immer wichtiger. Denn mit zu offensichtlicher strategischer Kommunikation und reinen Marketingbotschaften stoßen Unternehmen bei ihren Zielgruppen vermehrt auf taube Ohren. Stattdessen sind Purpose und Haltung gefragt, die zum Unternehmen passen und damit glaubwürdig sind. Sichtbar wird das durch den Erfolg von Sinnfluencern – also Influencern, die auf Umweltthemen und soziale Verträglichkeit setzen.

Social-Media-Evergreens oder doch Twitch, TikTok oder Pinterest? Wir wissen, welche Plattform die richtige für Sie ist!