Social Recruiting erreicht Top-Talente

Der Kampf um die Top-Talente auf dem Arbeitsmarkt geht nach dem ersten Corona-Schock in die nächste Runde. Die Nase vorn hat, wer sein Unternehmen glaubwürdig als modernen, attraktiven Arbeitgeber erlebbar macht. In Zeiten von Social Distancing drängeln sich digitale Formate noch stärker in den Vordergrund. Am besten erreicht man geeignete Kandidat*innen dort, wo sie ohnehin zu Hause sind: in Social Media.

Durch Social Recruiting warten Unternehmen nicht mehr darauf, dass ihre Stellenausschreibungen im Dickicht der Schwarzen Bretter und Jobportale entdeckt werden. Im Gegenteil: Sie gehen über die Sozialen Medien aktiv mit Stellenanzeigen und Employer-Branding-Content auf geeignete neue Kandidat*innen zu und suchen den direkten Austausch. Das geht auf den klassischen Karriere-Networks LinkedIn und Xing genauso wie auf Facebook, Instagram, Twitter oder sogar TikTok.

Kandidat*innen gefällt das

Job-Postings und Informationen zu Firma und Arbeitsklima erreichen Nutzer*innen direkt in ihren Newsfeeds. So fügen sie sich ganz bruchlos in die tägliche Mediendiät der Bewerber*innen. Hier tauchen sie zwischen Inhalten von Kolleg*innen, Bekannten und gefolgten Unternehmen auf. Beiträge, die von den Kontakten der Kandidat*innen geteilt werden, bekommen dabei einen extra Schub Glaubwürdigkeit. Zusätzlich sind Brand Ambassadors wie Mitarbeiter*innen und Führungskräfte wichtige Multiplikator*innen.

Den Bewerber*innen sagt das zu: Sieben von zehn finden die Anwendung von Social-Media-Plattformen in der Personalbeschaffung gut. Unter der Generation Z nutzt ein Drittel aktiv Apps, um von Unternehmen gefunden zu werden, wie Forscher*innen der Universitäten Bamberg und Erlangen-Nürnberg in den „Recruiting Trends 2019“ herausfanden.

Top-Talente aus der Deckung locken

Neben organischer Kommunikation können Recruiter*innen sich auch die Targeting-Tools einiger Social-Media-Plattformen zu Nutze machen. Dadurch können gezielt Bewerber*innen mit dem passenden Qualifikationsprofil angesprochen werden. Mit geringem Aufwand wird so große, zielgenaue Reichweite erzielt. So entschließen sich auch passive Top-Talente, die andernfalls nicht mit solchen Jobangeboten in Kontakt gekommen wären, zu einer Bewerbung.

Und dieses Potenzial wird von Unternehmen zunehmend genutzt: Laut der von Monster.de in Auftrag gegebenen „Recruiting Trends 2020“ veröffentlichen knapp 40% aller Top-1000-Unternehmen auf Karrierenetzwerken oder anderen Social-Media-Kanälen ihre offenen Stellen. In der IT-Branche tut dies sogar fast die Hälfte der befragten Unternehmen.

Post & Pray war gestern

Social Recruiting kann aber mehr, als traditionelle Stellenanzeigen in Social-Media-Feeds zu hieven: Recruiter*innen können sich die Interaktionsmöglichkeiten von LinkedIn, Xing und Facebook zu Nutze machen. Beim Active Sourcing suchen Unternehmen anhand von Profildaten nach Top Talenten – oder strecken sogar über die Netzwerke ihrer Mitarbeiter*innen die Fühler aus. Anschließend folgt die direkte Ansprache via Mail oder Direct Message. Durch diesen Austausch können Bewerber*innen und Unternehmen einander noch vor dem eigentlichen Bewerbungsprozess kennenlernen. Ein solcher Dialog stärkt außerdem die persönliche Bindung. Dadurch werden mehr Bewerbungen ausgelöst.

Diese direkte Ansprache von Bewerber*innen muss sitzen: Von unpassenden, aufdringlichen, oder unseriösen Recruiting-Ansprachen sind Kandidat*innen schnell genervt. Auch 08/15-Standardmails fliegen rasch auf.

Karriereseiten als digitales Aushängeschild

Nicht nur die Unternehmen screenen in den Sozialen Medien ihre Bewerber*innen. Auch Kandidat*innen verschaffen sich über die Social-Media-Auftritte und Websites einen detaillierten Eindruck von potenziellen Arbeitergebern. Sie sind das digitale Aushängeschild des Unternehmens. Kandidat*innen erwarten dort aktuelle Infos, authentische Eindrücke von Unternehmenskultur und -alltag und natürlich Stellenausschreibungen. Dadurch sorgt Social Media als Schaufenster ins Unternehmen für Nahbarkeit und macht glaubwürdig.

Social Recruiting steht für Zukunftsorientierung und Agilität. Für Unternehmen hat dieses digitale Recruiting über LinkedIn, Facebook & Co. viele Vorteile. Voraussetzung dafür sind einwandfreie, professionell gemanagte Auftritte. Sie können dabei das Zünglein an der Waage beim Recruiting von Top-Talenten sein.

Die Nase vorn im War for Talent: Employer Branding und Social Media mit Cyrano!